Banken-Panel: kurze Atempause, dann Zinsanstieg möglich
Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins am Donnerstag unverändert bei 2 % belassen. Die Entscheidung fiel trotz Bedenken wegen des anhaltenden Euro-Höhenflugs. Die Zinssenkungen bis Mitte 2025 waren darauf ausgelegt, die hohe Inflation auf die EZB-Zielmarke von 2 % zu senken. Sie liegt aktuell bei 1,9 %. Jetzt hat die unberechenbare Wirtschaftspolitik der USA den Euro kurzzeitig über die kritische Marke von 1,20 US-Dollar gehoben. Für die exportorientierte Wirtschaft der Eurozone ist ein starker Euro eine Belastung. Sollte dessen Aufwertung anhalten oder sich gar beschleunigen, könnte eine geldpolitische Reaktion notwendig werden, warnte der österreichische Notenbankchef Martin Kocher. Während die Zinsentwicklung kurzfristig stabil bleiben dürfte, ist die langfristige Prognose volatiler.
Zum Start in den Februar bewegen sich die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen weiterhin bei durchschnittlich 3,7 %. Rund zwei Drittel der von Interhyp befragten Bankenexpertinnen und -experten rechnen im weiteren Jahresverlauf mit einer Rückkehr zur 4-%-Marke oder darüber. „Im Vergleich zu einem Zinsniveau um die 4 % spart man aktuell schnell einige Hundert Euro an jährlicher Rate – auf die gesamte Dauer der Zinsbindung gesehen, kommen häufig mehrere Tausend Euro Ersparnis zusammen”, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe. Aus dem Panel heißt es: „Die fiskalischen Stimuli unter anderem in den USA („One Big Beautiful Bill“), Deutschland („Sondervermögen“) und Japan („MwSt.-Senkung”) und die dadurch weiter ansteigenden Staatsschulden dürften einem Rückgang der Renditen im Wege stehen. Auch die Bundesregierung plant 2026 eine deutliche Ausweitung der Anleiheemissionen, was in der Tendenz dafür sorgen dürfte, dass die langfristigen Renditen wenig Spielraum nach unten haben – und somit auch die Hypothekenzinsen.” (F.A.Z.+, n-tv.de, Cash.)

EH55-Förderung: Nachfrage bleibt weit hinter Erwartungen zurück
Die Mitte Dezember 2025 gestartete, befristete Förderung für das Effizienzhaus 55 (EH55) stößt auf geringe Nachfrage. Von den bereitgestellten 800 Millionen Euro sind noch 650 Millionen verfügbar, bis Anfang Februar wurden erst 15.800 Wohneinheiten gefördert. Ursprünglich war erwartet worden, die Mittel seien binnen weniger Wochen erschöpft. Einige Expertinnen und Experten sehen unter anderem eine Planungsunsicherheit als möglichen Grund, da sich die Förderung nur an genehmigte, aber noch nicht begonnene Vorhaben richtet. Andreas Beulich, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), ist überzeugt, dass bei einem attraktiveren Zinssatz mehr Interessenten von der EH55-Förderung Gebrauch machen würden. Auch die anderen KfW-Förderprogramme waren mit 50.595 Zusagen im Jahr 2025 überschaubar nachgefragt. 2027 sollen die Förderprogramme in zwei Basisprogramme zusammengeführt werden. Dann soll es statt sechs Programmen nur noch eines für den Neubau sowie eines für die Modernisierung des Bestands geben. (Handelsblatt+, F.A.Z., KfW)
Unsicherheit um Heizungsgesetz: Sanierungsquote sinkt
Die Quote für die energetische Sanierung von Gebäuden hat 2025 einen Tiefstand erreicht. Mehrere Branchenverbände sehen die Ursache in der andauernden Unsicherheit rund um die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) weiterentwickelt werden soll. Diese Hängepartie lähmt den Markt und schafft ein Klima der Verunsicherung für Eigentümerinnen und Eigentümer. Im Kern der Debatte steht die umstrittene 65-%-Regel, nach der neue Heizungen überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. F.A.Z.-Informationen zufolge erwägt die Koalition nun differenzierte Vorgaben, die zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie Ein- und Mehrfamilienhäusern unterscheiden könnten. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Pläne des Wirtschaftsministeriums, die Förderungen für den Heizungstausch zu reduzieren. Derzeit wird er über den KfW-Zuschuss „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458)” mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten unterstützt. (Tagesschau, KfW, Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle)
Rendite-Champions abseits der Metropolen
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, berücksichtigt dabei auch die Mietrendite. Eine Analyse der Online-Datenbank GeoMap inklusive Landkarte zeigt, dass es deutliche regionale Unterschiede auf dem Wohnimmobilienmarkt gibt. Grundlage sind Basis knapp vier Millionen Kauf- und Mietangebote aus den Jahren 2024 und 2025. Zu den renditestärksten Standorten zählen der Vogtlandkreis (8,7 %) und weitere Regionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Renditen von mehr als 8 %. Unter den Metropolen führt Stuttgart mit 4,17 % vor Leipzig (3,75 %). Bis auf Berlin (3,52 %) legten alle Metropolen im Vergleich zu 2024 leicht zu. Interessant auch der Vergleich der Jahre 2022 bis 2025: Alle acht Metropolen weisen steigende Mietrenditen auf, mit leicht unterschiedlicher Dynamik. Stuttgart und Leipzig haben an Attraktivität gewonnen, der Hochpreismarkt München (3,05 %) bleibt trotz Zuwächsen Schlusslicht unter den Top-8-Städten. (GeoMap Renditeatlas)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.