KW 8

Rückgang der Fertigstellung von Neubauwohnungen
Auch in diesem Jahr werden wohl weniger Neubauwohnungen fertiggestellt als im vergangenen Jahr. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten der „Immobilienweisen” hervor. Während 2025 etwa 235.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, wird 2026 nur mit 215.000 gerechnet. Der jährliche Bedarf bis 2040 wird mit 257.400 Wohneinheiten angegeben. „Die Lücke wird größer statt kleiner“, kommentiert ZIA-Präsidentin Iris Schöberl die Ergebnisse des Gutachtens der Immobilienwirtschaft. Zu den Forderungen gehören unter anderem eine Senkung der Erwerbsnebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer, die Einführung eines rechtssicheren Gebäudetyp E und eine Überprüfung der Mietregulierung. So lange weniger gebaut als nachgefragt wird, dürften die Immobilienpreise weiter zulegen. (Frühjahrsgutachten 2026,  Tagesschau)

Immobilienpreisindex
Der Interhyp-Immobilienpreisindex zeigt, dass die Preise zum Jahresstart wieder angezogen haben. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise um 0,5 % für Gesamtdeutschland. Auch in den Metropolen ging es aufwärts: In Berlin (+0,2%), Leipzig (+0,8%), München (+1,1%), Frankfurt (+0,4%), Köln (0,4%) und Stuttgart (+1,1%) stiegen die Preise. Lediglich in Hamburg steht ein leichtes Minus (-0,1%)

Bundesweit steigende Mieten
Auch die Mieten steigen weiter. Das zeigt der Wohnungsmarktbericht 2026 des Forschungs- und Beratungsinstituts Empirica. Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen stiegen 2025 bundesweit um 4,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg war geringer als in den vorangegangenen Jahren. Gleichzeitig stieg jedoch die durchschnittliche Mietbelastung. Der Grund: Die verfügbaren Einkommen stiegen 2025 langsamer als die Angebotsmieten – dadurch fällt die durchschnittliche Mietbelastung höher aus. In den Top-8-Städten zogen die Mieten im letzten Jahr besonders stark in Düsseldorf, Hamburg und Leipzig an. Die Wachstumsraten lagen dort um die 10 %. In München waren es „nur” 6,3 %. Die mittlere Angebotsmiete im Neubau stieg ebenfalls. Bundesweit stieg sie um 4,1 %. Seit 2021 sind die Neubaumieten in allen Regionen um rund 30 % gestiegen. (Empirica Wohnungsmarktbericht,  Handelsblatt+)

Justizministerium plant Eingriff in den Mietmarkt
Unterdessen plant das Bundesjustizministerium ein Gesetz für mehr Mieterschutz. Der Entwurf beinhaltet neue Regeln für Indexmieten, Kurzzeitvermietungen und die Vermietung von möblierten Wohnungen. So sollen die Mietsteigerungen bei Indexmietverträgen auf 3,5 % pro Jahr gedeckelt werden. Allerdings zeigen Zahlen des IW Köln, dass diese Variante der Mietverträge bundesweit nur etwa 2,5 % ausmacht. Anders sieht es bei möblierten Wohnungen aus. Nach Daten des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurden in großen Städten Ende 2024 mehr als 30 % der Wohnungen möbliert und befristet vermietet. Vermieterinnen und Vermieter sollen künftig angeben, wie hoch der Möblierungszuschlag ist. Dieser soll auf 5 % der Kaltmiete gedeckelt werden. Der Deutsche Mieterbund befürwortet die Pläne, die CDU wünscht sich Nachbesserungen. Der Eigentümerverband Haus & Grund sieht in den Gesetzesentwurf „ein Misstrauensvotum gegen die Millionen vermietender Privatpersonen, die den Großteil der Mietwohnungen bereitstellen”. (DeutschlandfunkIW Köln, BBSR)

Baufinanzierung: Neugeschäft erholt sich
Der Baufinanzierungsmarkt hat sich im Jahr 2025 deutlich erholt. Das Neugeschäftsvolumen lag bei 241 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 21 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das geht aus Daten der Bundesbank hervor. Für 2026 prognostizieren Branchenexperten eine Stagnation oder ein geringeres Wachstum als 2026, da strukturelle Faktoren wie steigende Immobilienpreise und steigende Zinsen das Wachstum bremsen dürften. Auch die unklare wirtschaftliche Lage beeinflusst potenzielle Immobilienkäuferinnen und -käufer. Hinzu kommen Unsicherheiten wie die Zukunft des Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder regulatorische Vorgaben zur energetischen Sanierung. Maklerinnen und Makler weisen außerdem auf längere Bearbeitungszeiten bei Banken hin, auch aufgrund von Personalengpässen. Vollständige Unterlagen können ein Weg sein, um diesen Flaschenhals schneller zu passieren. (Handelsblatt+, Bundesbank)

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.

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