KW 16

Iran-Konflikt beeinflusst Wirtschaftsprognosen
Der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt die deutsche Wirtschaft. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr bereits angepasst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird voraussichtlich nur noch um 0,1 % bis 0,6 % zulegen – deutlich weniger als die ursprünglich prognostizierten 1,3 %. Für die kommenden Jahre wurden die Erwartungen ebenfalls gedämpft. Belastend sind gestiegene Energiepreise, Einschränkungen bei Luft- und Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen. Zwar sanken die Ölpreise nach einer kurzzeitigen Entspannung zuletzt wieder unter die 90-Dollar-Marke, doch für eine generelle Entwarnung ist es zu früh.

Unabhängig davon, wie sich der Iran-Krieg weiterentwickelt, nimmt die deutsche Wirtschaft Schaden. Das sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski im Podcasts „Handelsblatt Invest“. Er erwartet im Sommer „Inflationsraten von 3 % bis 4 %“. Infolge der Eskalation im Nahen Osten klettern die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen im Schnitt auf 3,9 %. Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, sieht in der aktuellen Dynamik ein Signal für alle, die kurz vor einem Immobilienkauf stehen: „Durch den Iran-Konflikt haben wir eine Aufwärtsbewegung bei den Bauzinsen über alle Zinsbindungen hinweg gesehen. Wir gehen davon aus, dass sich die Zinsen auch in den kommenden Wochen auf dem aktuellen Niveau bewegen werden. Gerade weil der Markt so unruhig ist, unterscheiden sich die Angebote der Banken oft deutlich. Wer individuell vergleicht und das aktuelle Zinsniveau fixiert, schafft Planungssicherheit. Das gilt übrigens nicht nur für den Erstkauf, sondern auch für alle, die in nächster Zeit eine Anschlussfinanzierung brauchen.“ (ZDFheute, Handelsblatt+)

Häuserpreisindex: Kaufpreise steigen weiter
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind 2025 im Jahresdurchschnitt um 3,2 % im Vergleich zu 2024 gestiegen. Das geht aus dem Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts hervor. Es handelt sich nach den vergleichsweise schwachen Jahren 2024 (- 1,5 %) und 2023 (- 8,4 %) erstmals wieder um einen spürbaren Zuwachs. Im vierten Quartal 2025 lagen die Preise für Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt über dem Niveau des Vorjahresquartals. Vergleicht man die Preise mit dem Vorquartal, zeigt sich ein differenziertes Bild. Gegenüber Q3 2025 sind die Preise für Eigentumswohnungen in den Metropolen (- 1,6 %) und in kreisfreien Großstädten (- 0,1 %) gesunken. ( Häuserpreisindex)

KfW-Förderung „Gewerbe zu Wohnen” startet im Juli
Das Bundesbauministerium hat das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ auf den Weg gebracht. Eigentümerinnen und Eigentümer von Gewerbeimmobilien und anderen Nichtwohngebäuden können ab Juli 2026 einen KfW-Zuschuss beantragen, wenn sie Wohnraum durch Umnutzung schaffen. Gefördert werden bis zu 30 % von maximal 100.000 Euro förderfähigen Ausgaben pro neu entstehender Wohneinheit, das sind bis zu 30.000 Euro direkter Zuschuss pro Wohneinheit. Ausgaben im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung zählen nicht dazu, aber die Förderung kann mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Mietobergrenzen soll es nicht geben. Damit verbunden ist eine energetische Sanierung zum Standard „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ (EH 85 EE). (KfW,  Bauministerium,  Handelsblatt+)

Großstadtmieten in 10 Jahren um 43 % gestiegen
Die Wohnraumverknappung in den Metropolen verschärft sich weiter. Wohnungssuchende müssen in Großstädten heute im Schnitt 43 % mehr bezahlen als vor 10 Jahren. In Berlin sind es sogar 69 % mehr. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Das Bauministerium bezieht sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten, schränkt aber ein, dass Wohnungen über private Vermittlung preiswerter sein können. Bei den Steigerungsraten lag Leipzig mit 67 % auf Platz zwei. München liegt mit einem Plus von 37 % zwar unter dem Durchschnitt, doch waren dort die Mieten schon 2016 sehr hoch. Mit 21,29 Euro je Quadratmeter war München bei Neuvermietungen 2025 so teuer wie keine andere deutsche Großstadt. (Die Zeit)

Gebäudeenergiegesetz (GEG): Anpassungen im Kabinett erwartet
Die Nachfrage nach staatlicher Unterstützung bleibt hoch: Die KfW verzeichnete zuletzt ein starkes Interesse an Förderungen für den klimafreundlichen Neubau und effiziente Gebäude. Besonders gefragt waren zu Jahresbeginn 2026 das Programm „Klimafreundlicher Neubau“ und die Förderung für effiziente Gebäude (BEG) inklusive Heizungsförderung. Im politischen Fokus steht derzeit die Weiterentwicklung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Der Kabinettsbeschluss zu den neuesten Anpassungen wird für Mitte April erwartet. Ziel ist es, die Klimaziele durch eine schrittweise Erhöhung der Quote für grüne Brennstoffe („Biotreppe“) zu erreichen. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, muss ab 2029 mindestens 10 % klimafreundliche Brennstoffe nutzen. Die Förderung für den Heizungstausch bleibt vorerst sichergestellt, auch wenn Details zur langfristigen Ausgestaltung noch finalisiert werden. (Rheinische Post,  Focus Online)

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner