Energieeffizienz bleibt Preistreiber
Der Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs lässt die Inflationsprognosen weiter steigen. Im Euroraum betrug die Teuerung im April 3,0 % nach 2,6 % im März, das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt bei 2,0 %. Im April In Deutschland stieg die Inflation von 2,7 % auf 2,9 %. „Die Inflation ist zurück auf der Agenda”, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe. „Der Kapitalmarkt hat eine mögliche Leitzins-Erhöhung im Sommer bereits eingepreist. Mit Blick auf die Bauzinsen gehe ich davon aus, dass wir uns in den kommenden Wochen weiter um das Niveau von 4 % für 10-jährige Darlehen bewegen werden. Wer eine passende Immobilie gefunden hat, sollte Fakten schaffen.“
Das Dilemma für die EZB ist, dass sie neben der Inflation auch die Konjunktur im Blick haben muss. Eine straffere Geldpolitik würde die schwache Geschäftslage der Unternehmen weiter verschärfen und die angeschlagene Konjunktur weiter bremsen. Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich ohnehin verschlechtert, zeigt der ifo Geschäftsklimaindex. Sie sank im April auf 84,4 Punkte, nach 86,3 im März. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten festigt sich auch der Trend zur energetischen Autarkie. „Energieeffizienz ist kein vorübergehendes Krisenthema, sondern schlägt sich dauerhaft in den Immobilienpreisen nieder“, so IW-Ökonom Pekka Sagner. Käuferinnen und Käufer achten heute weniger auf kurzfristige Preisschwankungen, sondern suchen langfristige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. (ifo Institut, IW Köln, Der Tagesspiegel)
BEG-Heizungsförderung: Interesse an Wärmepumpen steigt
Dass die Energiewende unter anderem durch den Iran-Krieg wieder an Tempo gewinnt, geht auch einer von Eon beim Marktforschungsinstitut Yougov in Auftrag gegebenen Umfrage hervor. 66 % der 2052 Befragten sehen angesichts der aktuellen Lage eine wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien, nur 12 % erwarten keinen Bedeutungszuwachs. Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen steigt, schreibt die F.A.Z. Bei PV-Anlagen könnte eine Rolle spielen, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, die Einspeisevergütung für kleine, private PV-Anlagen zu streichen. Wie der Verkauf von Wärmepumpen steigt, belegen Zahlen zur Heizungsförderung. Demnach wurden im März gut 33.500 Anträge auf Förderung einer Wärmepumpe gestellt, 30 % mehr als im Februar und fast 50 % mehr als im Januar. (F.A.Z.+, BR24, Solarserver)
Diskussion um neue Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau
Vizekanzler Lars Klingbeil plant eine „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“, um die Baukosten von derzeit durchschnittlich 4.470 Euro auf unter 3.000 Euro pro Quadratmeter zu senken. Immobilienfachleute sind skeptisch. Immobilienökonom Ramón Sotelo von der Bauhaus-Universität Weimar sieht das Problem darin, dass Kommunen zu wenig Bauland ausweisen. Vonovia-Chef Luka Mucic hingegen unterstützt die Idee einer Bundesgesellschaft: „Jede Initiative, die an konstruktiven Lösungen arbeitet und Investitionen in Deutschland fördert, begrüßen wir.“ ( Handelsblatt+, Frankfurter Rundschau, Arge)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.