Wirtschaftsweisen senken Konjunkturprognose – Zinserhöhung wahrscheinlich
Ein Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran lässt weiter auf sich warten. Damit bleibt die Lage am Persischen Golf fragil und die für den Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus weiter kaum passierbar. Das hat auch Folgen für die deutsche Wirtschaft. Die sogenannten Wirtschaftsweisen haben am Mittwoch ihr Frühjahrsgutachten veröffentlicht und gehen darin davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 0,5 % und im kommenden Jahr um 0,8 % wachsen wird. Noch im Herbst hatten die Sachverständigen ein Wirtschaftswachstum für dieses Jahr von 0,9 % erwartet. Sowohl für 2026 als auch für 2027 wird eine Beschleunigung der Inflation auf rund 3 % prognostiziert. Immerhin: Im privaten Wohnungsbau erwartet der Sachverständigenrat einen Zuwachs. Als Folge der staatlichen Nachfrage sei für die Bauinvestitionen ein Wachstum von 1,1 % möglich.
Es verdichten sich auch die Hinweise, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung am 11. Juni den Leitzins anheben dürfte. Das wäre der erste Zinsschritt seit Sommer 2025 und könnte die erste von mehreren Zinserhöhungen sein, um dem hohen Inflationsdruck aufgrund des Iran-Konflikts zu begegnen. In der Eurozone stieg die Inflationsrate zuletzt auf 3,0 %, die EZB peilt eine Teuerung von 2,0 % an. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sagte gegenüber dem Deutschlandfunk: „Wenn wir nach dem Sommer immer noch über eine Sperrung der Straße von Hormus sprechen, werden wir auch über höhere Ölpreise sprechen und dann wird auch eine zweite Zinserhöhung sehr wahrscheinlich.” ( Tagesschau, Handelsblatt)
Instant-Baufi: Baufinanzierung in 30 Minuten
Die Interhyp Gruppe führt mit Instant-Baufi in Kooperation mit der ING einen neuen digitalen Prozess für Immobilienfinanzierungen ein. Kundinnen und Kunden, die einen Finanzierungsantrag für ihre Bestandsimmobilie stellen, erhalten innerhalb von maximal 30 Minuten eine rechtsverbindliche Aussage, ob ihre Finanzierung möglich ist. „Mit Instant-Baufi digitalisieren wir den Prozess so weit wie möglich. Das bedeutet unter anderem: Eine automatisierte Bonitäts- und Objektdatenprüfung sowie eine digitale Bestätigung der Antragsdaten. Das bietet kein anderer Service am Markt“, sagt Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe. Sie als Beraterin oder Berater bleiben bei der digitalen Kreditprüfung für Bestandsimmobilien weiter zentraler Ansprechpartner, denn Sie bereiten den Antrag vor und stoßen die Kreditentscheidung an. Zunächst steht Instant-Baufi nur im direkten Zusammenspiel von ING und der Interhyp Gruppe zur Verfügung, aber über die Plattform baufi.NOW sollen weitere Kreditgeber hinzukommen. (LinkedIn Jörg Utecht, IT Finanzmagazin)
2025 wurde weniger gebaut, Dauer bis Fertigstellung immer länger
Im vergangenen Jahr sind so wenige Wohnungen fertiggestellt worden wie seit 2012 nicht mehr. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. 206.000 neue Einheiten wurden gebaut, das sind 18 % weniger als 2024. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern betrugen die Rückgänge sogar 23,3 %. Bei 72.300 Wohnungen waren Privatpersonen die Bauherren, das waren -23,7 % beziehungsweise 22.400 Wohneinheiten weniger als im Vergleichszeitraum. Bemerkenswert in Zeiten, in denen viel von Bürokratieabbau und einfachem Bauen die Rede ist: Die durchschnittliche Dauer von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung hat sich bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden auf 27 Monate verlängert. 2024 waren es 26 Monate, 2020 lediglich 20 Monate. Das soll künftig schneller gehen. Diese Woche hat das Kabinett die Novelle des Baugesetzbuchs verabschiedet. Damit soll „die Bauplanung in Deutschland schneller, digitaler, schlanker und flexibler“ werden, so die Ministerin. Dafür sollen Verfahren digitalisiert, verkürzt und transparenter werden. Der Gesetzesentwurf geht noch in den Bundestag, mit Inkrafttreten ist frühestens Anfang 2027 zu rechnen. (Statistisches Bundesamt, Handelsblatt)
EH55-Plus-Förderung wird verlängert
Die EH55-Plus-Förderung für den Neubau und Ersterwerb wird verlängert. Sie wurde im Dezember 2025 wieder eingeführt und erst im März 2026 wurden die Zinssätze gesenkt. Ursprünglich war das Programm bis Ende Juni befristet. Jetzt soll das Programm nach Aussagen von Bundesbauministerin Verena Hubertz so lange gelten, bis die Fördermittel ausgeschöpft sind. Insgesamt wurden für das Programm 800 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Handelsblatt meldete erst Mitte April, noch rund 550 Millionen Euro befänden sich im Fördertopf. Pro Wohneinheit gibt es zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro. Verena Hubertz verwies in einem Deutschlandfunk-Interview darauf, dass es im kommenden Jahr eine Vereinfachung der Förderlandschaft geben soll, mit nur noch einem Programm für den Neubau und einem für den Bestand. (ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Deutschlandfunk, Handelsblatt+)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.