KW 37

Kaufmarkt trotzt Unsicherheiten und gewinnt weiter an Stärke
Der deutsche Kaufmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten bemerkenswert stabil. Wie das aktuelle ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026 zeigt, sorgten stabile Bauzinsen um 4 % für

eine solide Nachfrage nach Wohneigentum. Besonders in den Metropolen und im ländlichen Raum ist das Interesse an Immobilien zuletzt gestiegen. Die Preise für Bestandswohnungen setzen ihren Erholungskurs fort: Gegenüber dem

Vorjahr legten sie um 3,9 % zu und verzeichnen damit den zweithöchsten Anstieg seit der Zinswende 2022. Auch Neubauwohnungen haben nahezu wieder das Preisniveau erreicht, das zuletzt vor der Zinswende beobachtet wurde.

Besonders dynamisch entwickeln sich Städte wie Hamburg, München und Leipzig. Gleichzeitig zeigt sich ein weiterer Trend: Das Angebot an sanierungsbedürftigen Einfamilienhäusern wächst. In gefragten Regionen weist inzwischen

fast jedes dritte angebotene Haus eine schlechte Energieeffizienz auf. Für Käuferinnen und Käufer können sich daraus Chancen ergeben, insbesondere wenn Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Auch auf dem Mietmarkt zieht

die Nachfrage wieder an. Während die Angebotsmieten nur moderat steigen, entwickeln sich die Nebenkosten zunehmend zum größeren Kostentreiber. Insgesamt deutet das Wohn-Barometer auf eine weitere Stabilisierung des Immobilienmarktes hin.  (ImmoScout24 WohnBarometer Q2 2026)

Immobilienpreise: Wo man jetzt gut verhandeln kann
Vielerorts hat sich die Verhandlungsposition von Käuferinnen und Käufern verbessert. Wie groß der Spielraum tatsächlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem, ob die Preisvorstellung der Verkäuferin oder

des Verkäufers dem aktuellen Marktwert entspricht. Liegt der Angebotspreis bereits auf Marktniveau, sind größere Preisnachlässe meist schwieriger durchzusetzen. Besonders interessant sind derzeit die Speckgürtel großer Metropolen

sowie ausgewählte Mittelstädte mit guter Infrastruktur und einem attraktiven Kaufpreis-Miete-Verhältnis. Dort ist Wohneigentum häufig noch konkurrenzfähig gegenüber dem Mieten, während gleichzeitig Potenzial für eine positive

Wertentwicklung besteht. Zusätzlich steigt in einigen Regionen das Angebot an Immobilien, was Verkäuferinnen und Verkäufern weniger Spielraum für starre Preisforderungen lässt. Chancen ergeben sich dabei vor allem bei

Bestandsimmobilien. Für Kaufende gilt mehr denn je: Gute Vorbereitung, Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick können den Unterschied von mehreren zehntausend Euro ausmachen. (Berliner Morgenpost)

Der „Silver Tsunami“ bleibt aus
Die Hoffnung auf einen deutlichen Preisrückgang durch eine Verkaufswelle der Babyboomer-Generation dürfte sich nicht erfüllen. Eine aktuelle Raiffeisen-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ältere Menschen ihre Häuser und Wohnungen

deutlich seltener verkaufen als häufig angenommen. Demnach ziehen pro Jahr nur rund 1,5 % der Rentnerinnen und Rentner mit Wohneigentum um. Gründe dafür sind unter anderem die hohe Wohnzufriedenheit im Alter, fehlende

Alternativen und die oft hohen Kosten eines Umzugs. Auch statistische Daten liefern keine Hinweise auf einen massenhaften Abverkauf. Sinkende Wohneigentumsquoten in sehr hohen Altersgruppen lassen sich vor allem durch

Unterschiede zwischen den Generationen erklären, nicht durch vermehrte Immobilienverkäufe. Zudem bleibt Wohneigentum für viele Menschen nicht nur eine Kapitalanlage, sondern vor allem langfristiger Lebensraum. Zwar könnten Erbfälle künftig für etwas mehr Angebot am Markt sorgen, ein grundlegender Preisrückgang ist laut Studie aber nicht zu erwarten. (expertenReport)

Wohnungsmangel bremst Deutschlands Wachstum
Der Wohnungsmangel entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die deutsche Wirtschaft. Laut dem Bau-Monitor 2026 fehlen bundesweit derzeit rund 1,35 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig ist der Wohnungsbau stark eingebrochen: 2025 wurden rund 84.600 Wohnungen weniger fertiggestellt als zwei Jahre zuvor. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts führte dies innerhalb von zwei Jahren zu einem Umsatzverlust von rund 26,9 Milliarden Euro in der Bauwirtschaft.

Das Bruttoinlandsprodukt fiel demnach um 0,6 % geringer aus, zudem entgingen dem Staat rund sieben Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Die Folgen reichen jedoch weit über die Baubranche hinaus. Fehlender bezahlbarer Wohnraum

erschwert es Unternehmen insbesondere in wirtschaftsstarken Regionen, offene Stellen zu besetzen. Menschen ziehen häufig nicht an einen neuen Arbeitsort, wenn sie dort keine passende und bezahlbare Wohnung finden. Gleichzeitig ist Deutschland angesichts des demografischen Wandels auf Zuwanderung angewiesen, die ohne zusätzlichen Wohnraum jedoch zunehmend ausgebremst wird. Verbände fordern deshalb eine stärkere Förderung des Wohnungsbaus sowie vereinfachte Bauvorschriften, um den Wohnraummangel schneller zu bekämpfen. (ZEIT)

Sanierung im Schnelldurchlauf: Kann das die Energiewende retten?
Millionen Wohngebäude in Deutschland müssten energetisch modernisiert werden, doch hohe Kosten, unklare Risiken und langwierige Baustellen halten viele Eigentümerinnen und Eigentümer von einer Sanierung ab.

Der Bauingenieur Ronald Meyer will das ändern. Mit seinem Konzept des sogenannten „Sanierungssprints“ sollen umfassende Modernisierungen innerhalb von nur 22 Tagen abgeschlossen werden. Der Ansatz basiert auf einer

engen Abstimmung aller beteiligten Gewerke, – von Energieberatung über Heizungsbau bis hin zu Solarinstallation. Statt nacheinander zu arbeiten, werden sämtliche Schritte präzise geplant und aufeinander abgestimmt. Ziel ist es,

Leerlaufzeiten zu vermeiden, Prozesse zu beschleunigen und dadurch die Kosten zu senken. Hintergrund ist die nach wie vor niedrige Sanierungsquote in Deutschland, die laut Meyer bei lediglich 0,7 % pro Jahr liegt. Um den

Gebäudebestand langfristig zu erhalten und klimafit zu machen, wäre jedoch ein deutlich höheres Tempo notwendig. Unterstützung erhält die Idee auch aus der Praxis: Handwerkerinnen und Handwerker berichten, dass standardisierte

Abläufe bereits in anderen Branchen erhebliche Effizienzgewinne ermöglicht haben. Ob das Modell im großen Maßstab funktioniert, muss sich zwar noch beweisen. Der Ansatz zeigt jedoch, dass energetische Sanierungen nicht zwangsläufig monatelange Baustellen und schwer kalkulierbare Kosten bedeuten müssen. (Tagesschau)

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.

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