Wohnungsmangel trotz steigender Genehmigungszahlen auf Rekordniveau
Der Mangel an Wohnungen hat in Deutschland einen neuen Rekordstand erreicht. Das berichtet das Pestel-Institut in der neuen Studie „Sozialer Wohn-Monitor“. Bereits Ende 2024 sei mit bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen ein historischer Höchststand erreicht worden. Am stärksten leiden der Studie zufolge junge Menschen in Ausbildung und Studium unter der Wohnungsnot, aber es seien auch immer mehr Seniorinnen und Senioren betroffen. Mittlerweile sei der Wohnungsmangel zur Wirtschaftsbremse geworden, warnt das Pestel-Institut. Ohne einen Aufschwung am Wohnungsmarkt werde es immer schwerer, Zuwanderer für den Arbeitsmarkt gewinnen.
Zarte Impulse für eine Besserung der prekären Lage kommen vom Neubau. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Baugenehmigungen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,5 % gestiegen. Ein Zuwachs ist sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Mehrfamilienhäusern zu verzeichnen. Angesichts des erwarteten jährlichen Bedarfs an rund 400.000 neuen Wohnungen sind die im November genehmigten 20.100 Wohneinheiten jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Noch immer klaffe eine riesige Lücke zwischen Genehmigungen und Bedarf, kritisiert Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und fordert eine verlässliche Förderung für EH55-Plus-Neubauten: „Die Beschränkung der Förderung auf den Bauüberhang muss aufgehoben werden. Nur mit langfristig angelegten Rahmenbedingungen verwandeln wir die Stabilisierung in einen echten Wohnungsbauschwung.“ (Tagesschau, Bundesamt für Statistik, ZDB)
Immobilienpreise
Die Immobilienpreise haben im Dezember 2025 leicht nachgegeben. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise um 0,2 % für Gesamtdeutschland gefallen. Aufs Jahr gesehen steht immer noch ein Plus von 2,5 %. Besonders in Metropolen geben die Preise nach: In Berlin (-1,1 %), Leipzig (-0,8 %), München (-0,6 %) Köln (-0,5 %), Hamburg (-0,1 %) ging es im Vergleich zum Vormonat abwärts. Lediglich Frankfurt (+0,1 %) und Stuttgart (+0,3 %) zeigen leichte Zuwächse. „Der Markt befindet sich derzeit in einer dynamischen Phase mit regionalen und objektbezogenen Unterschieden. Für 2026 rechne ich dennoch mit steigenden Preisen, insbesondere in Metropolen”, sagt Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe. Denn die Nachfrage nach Wohneigentum ist ungebrochen hoch, während das Angebot weiterhin knapp ist. Durch frühzeitige Beratungen können Kundinnen und Kunden Marktchancen besser erkennen und Preisverhandlungen aktiv gestalten.

Mietpreisbremse wird immer öfter ausgehebelt
Auf dem Mietmarkt werden die Folgen des immer höher werdenden Nachfragedrucks sichtbar. Bei der Preisentwicklung zeigt die aktuelle Ausgabe des vom IfW-Institut herausgegebenen GREIX-Mietpreisindex, dass im vergangenen Jahr der Mitpreisanstieg mit zuletzt 4,5 % doppelt so hoch wie die allgemeine Inflation war. Darüber hinaus hat sich auch die Angebotsstruktur verändert. Neben einem allgemeinen Rückgang der Mietinserate um 7 % sei ein Rekordanstieg des Anteils an befristeten und möblierten Mietangeboten zu beobachten. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt diesen Trend. In Großstädten mit Mietpreisbremse entfalle fast ein Drittel der Mietangebote auf dieses Segment, sagt BBSR-Analyst Alexander Schürt und vermutet: „Die Daten sprechen dafür, dass ein Teil des unmöblierten Mietwohnungsangebots in das möbliert und befristet vermietete Segment verschoben wird, um die Mietpreisbremse zu umgehen.“ (Cash, BBSR)
Trendwende: Wohnungen werden wieder kleiner
Über Jahrzehnte hinweg hat die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung im Bundesdurchschnitt kontinuierlich zugenommen. Nun zeichnet sich laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW eine Trendumkehr ab. Bereits seit 2005 sei die durchschnittliche Größe von Neubauwohnungen rückläufig, haben die DIW-Analystinnen und -Analysten ermittelt. Das führe dazu, dass bis zum Jahr 2050 die Bestandswohnungen in Deutschland deutlich kleiner seien als heute. Konkret rechnen die Forscherinnen und Forscher mit einem Rückgang der durchschnittlichen Wohnfläche pro Wohnung von heute 94 Quadratmetern auf 88,5 Quadratmeter in 2050. Ähnliche Entwicklungen seien auch in anderen europäischen Ländern, in Japan und der USA zu beobachten. Ursache für den neuen Trend zu kleineren Wohnungen sind laut DIW neben der steigenden Zahl an Single-Haushalten ökonomische Gründe: Immer mehr Menschen müssen aufgrund der hohen Immobilienpreise Abstriche bei der Wohnungsgröße machen. (Süddeutsche Zeitung)
Solarpflicht: Regionale Neuregelungen seit 1. Januar 2026
Bei der Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen bei einem Neubau oder einer Dachsanierung gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung. Stattdessen legt jedes Bundesland in Eigenregie fest, wann Hauseigentümerinnen und -eigentümer eine Solaranlage auf ihrem Dach installieren müssen. Hierbei gibt es mancherorts seit Jahresbeginn neue Spielregeln – so etwa in Nordrhein-Westfalen, wo seit dem 1. Januar Dächer von Bestandsgebäuden bei umfassender Sanierung mit Photovoltaik ausgestattet werden müssen. In Schleswig-Holstein ist ab März eine Solarpflicht für neue Wohngebäude geplant. Eine Übersicht über die aktuellen Regelungen in den einzelnen Bundesländern ist auf dem Online-Fachmagazin Haufe.de zu finden. (Haufe)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.