Baubranche: ifo-Ausblick und Genehmigungszahlen lassen Hoffnung aufkeimen
Nach einer langen Stagnationsphase sehen Immobilienökonominnen und -ökonomen die europäische Bauwirtschaft wieder im Aufwärtstrend. Die Forschergruppe Euroconstruct erwartet für dieses Jahr auf europäischer Ebene ein Wachstum von 2,4 % am Bau, was deutlich mehr wäre als die 0,3 % des vergangenen Jahres. Auch für Deutschland erwartet das ifo-Institut, das Teil der Euroconstruct-Gruppe ist, eine Erholung. Gründe dafür seien das Bauturbo-Gesetz, steigende Zuschüsse für den sozialen Wohnungsbau, die Förderung nach dem Effizienzhaus 55 Standard sowie steigende Mieten und Kaufpreise. Schwer vorhersehbar sei laut ifo-Institut, wie stark die Belebung des Wohnungsbaus in Deutschland tatsächlich ausfalle. Noch seien die im Bauturbo enthaltenen Erleichterungen wie der Gebäudetyp E oder der erweiterte Spielraum für vereinfachte Genehmigungsverfahren unbekannte Variablen, deren Wirkung noch abzuwarten sei.
Vor diesem Hintergrund erwarten die ifo-Ökonominnen und -ökonomen für dieses Jahr nochmals eine rückläufige Zahl an Fertigstellungen im Wohnungsbau, rechnen jedoch ab 2027 mit einem Zuwachs. Immerhin hat sich der ifo-Geschäftsklimaindex im Wohnungsbau zum Jahresbeginn leicht verbessert. Zwar liegt er mit -20,9 Punkten noch immer im eher pessimistischen Bereich, allerdings betrug der Stimmungsindex im Vormonat noch -22,7 Punkte. Auch die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Zahlen zu den Baugenehmigungen geben Anlass zur Hoffnung: Im vergangenen Jahr wurden 238.500 Wohnungen genehmigt, das ist ein Zuwachs von 10,8 %. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe sieht darin eine gute Nachricht, warnt jedoch vor Euphorie: „Wir schieben ein riesiges Defizit vor uns her, was den Wohnungsmarkt in den Städten unter enormen Druck setzt.“ Weil eine genehmigte Wohnung erst in zwei bis drei Jahren bezugsfertig sei, werde sich das Plus bei den Genehmigungen mit Verzögerung am Markt auswirken. (Cash online, Handelsblatt, ifo Institut, Zentralverband Deutsches Baugewerbe)
Sinkender Verhandlungsspielraum beim Wohnungskauf
Beim Kauf von Eigentumswohnungen haben sich zuletzt die im Angebot aufgerufenen und die tatsächlich gezahlten Preise angenähert. Das zeigt eine aktuelle Auswertung, die ImmobilienScout24 zusammen mit dem Bewertungsunternehmen Sprengnetter erstellt hat. Wurden im Juni vergangenen Jahres noch durchschnittlich 6,8 % weniger gezahlt als im Inserat genannt, verringerte sich der Abschlag auf nur noch 5,8 %. Zwischen den acht untersuchten Metropolen zeigen sich jedoch große Unterschiede: Während in Leipzig im Schnitt Kauf- und Angebotspreise deckungsgleich waren, handelten Käuferinnen und Käufer in Köln durchschnittlich 9,2 % Nachlass heraus. Die rückläufige Verhandlungsspanne sei laut Immoscout-Geschäftsführerin Gesa Crockford ein Indiz für eine Marktnormalisierung: „Verkäuferinnen und Verkäufer orientieren sich wieder stärker an realistischen Marktpreisen, und die gestiegene Nachfrage begrenzt zusätzlich den Verhandlungsspielraum.“ Gleichwohl sei es sinnvoll, vor dem Kauf einer Immobilie den Verhandlungsspielraum auszuloten. ( ImmobilienScout24)
Sinkender Verhandlungsspielraum beim Wohnungskauf
Beim Kauf von Eigentumswohnungen haben sich zuletzt die im Angebot aufgerufenen und die tatsächlich gezahlten Preise angenähert. Das zeigt eine aktuelle Auswertung, die ImmobilienScout24 zusammen mit dem Bewertungsunternehmen Sprengnetter erstellt hat. Wurden im Juni vergangenen Jahres noch durchschnittlich 6,8 % weniger gezahlt als im Inserat genannt, verringerte sich der Abschlag auf nur noch 5,8 %. Zwischen den acht untersuchten Metropolen zeigen sich jedoch große Unterschiede: Während in Leipzig im Schnitt Kauf- und Angebotspreise deckungsgleich waren, handelten Käuferinnen und Käufer in Köln durchschnittlich 9,2 % Nachlass heraus. Die rückläufige Verhandlungsspanne sei laut Immoscout-Geschäftsführerin Gesa Crockford ein Indiz für eine Marktnormalisierung: „Verkäuferinnen und Verkäufer orientieren sich wieder stärker an realistischen Marktpreisen, und die gestiegene Nachfrage begrenzt zusätzlich den Verhandlungsspielraum.“ Gleichwohl sei es sinnvoll, vor dem Kauf einer Immobilie den Verhandlungsspielraum auszuloten. ( ImmobilienScout24)
Deutsche sind Europas Eigenheim-Pessimisten
Im europäischen Vergleich haben Deutsche eine überdurchschnittlich negative Einstellung zum Immobilienerwerb. Das berichtet Euronews unter Berufung auf den RE/MAX European Housing Trend Report. Auf die Frage, wann und ob überhaupt der Kauf einer Immobilie in Frage komme, vemuten 28 % der deutschen Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer, dass sie sich niemals eine eigene Immobilie leisten können. Weitere 31 % der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind grundsätzlich nicht am Erwerb eines Eigenheims interessiert. Mit der daraus resultierenden Ablehnungsquote von insgesamt 59 % nimmt Deutschland einen Spitzenplatz in Europa ein – im Schnitt können oder wollen nur 44 % der Europäerinnen und Europäer kein Wohneigentum erwerben. Auffallend ist der hohe Anteil an deutschen Befragten, die unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten kein Interesse an den eigenen vier Wänden zeigen. Dieser Wert ist selbst in der hochpreisigen Schweiz mit 22 % deutlich niedriger als in Deutschland. Für die Beratung liegt darin jedoch auch verborgenes Potenzial: Angesichts der ungebrochen steigenden Mieten kann sich mit der Gegenüberstellung von Miet- und Finanzierungskosten bei so manchen zunächst ablehnenden Kundinnen und Kunden Interesse am Eigentumserwerb wecken lassen. ( Euronews)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.