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Plan für Heizungsgesetz: Öl und Gas weiter möglich, Förderung bleibt
Die Koalition aus Union und SPD hat sich auf ein Eckpunktepapier zum sogenannten Heizungsgesetz geeinigt. Es soll bis Ostern als Gesetz eingebracht werden. Die deutlichste Änderung: Öl- und Gasheizungen sollen weiter in Wohnhäusern eingebaut werden können. Die Verpflichtung, dass neue Heizungen mit 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden, wird gestrichen. Um die Klimaziele zu erreichen, sollen die Gasversorger schrittweise mehr erneuerbare Alternativen ins Netz bringen, damit Gasheizungen klimafreundlicher betrieben werden können. Ob die Grüngas-Quote eine tragfähige Lösung sein kann, ist umstritten. Es gibt Zweifel, ob es überhaupt genug grüne Gas-Alternativen gibt, die in das Netz eingespeist werden können. Die derzeit geringen Kapazitäten von Biomethan und Wasserstoff könnten zu hohen Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher führen. 

Wichtig für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer: Wer einen Austausch seiner Heizung plant oder beim Neubau eine Wärmepumpe oder Pelletsheizung einbauen möchte, kann vorerst weiter auf staatliche Unterstützung zählen. Die Förderung für den Kauf klimafreundlicher Anlagen soll bis mindestens 2029 sichergestellt werden. Aktuell werden neue Heizungen mit bis zu 70 % gefördert, je nach Einkommen. Neben einer Grundförderung gibt es einen Klimageschwindigkeitsbonus und einen weiteren Bonus, wenn das Haushaltsjahreseinkommen maximal 40.000 Euro beträgt. Der maximal erhältliche KfW-Zuschuss „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458)” für den Heizungstausch beträgt 21.000 Euro. (Focus Online,  BR24,  F.A.Z.+,  KfW-Zuschuss)

Gesetzliche Solarpflicht: Bußgelder drohen
Immer mehr Bundesländer fordern bei Neubau und kompletter Dachsanierung die Installation einer Photovoltaikanlage. Eine gesetzliche Solarpflicht gilt derzeit in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Wer die Solarpflicht nicht beachtet, muss beim Ein- oder Zweifamilienhaus mit mindestens 5000 Euro Bußgeld rechnen. Laut aktuellem Solarpreisindex (SPINX) von Selfmade Energy und ImmoScout24 ist die Installation von PV-Anlagen für Hauseigentümerinnen und -eigentümer günstiger geworden als noch vor einem Jahr. Im vierten Quartal 2025 blieben die Preise für Anlagen ohne Batteriespeicher im Quartalsvergleich weitgehend stabil (+0,3 %), bewegten sich aber 9 % unter dem Vorjahresniveau. Komplettsysteme mit Batteriespeicher sind gegenüber dem Vorquartal um 1,9 % günstiger und liegen 17,5 % unter dem Vorjahresniveau. Der KfW-Kredit „Erneuerbare Energien Nr. 270” ist nach wie vor erhältlich. ( Handelsblatt+,  KfW-Kredit 270, Solarpreisindex)

KI und Kreditvergabe: Mensch bleibt Vertrauensanker
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Bankkundinnen und -kunden KI im Finanzwesen offen gegenüberstehen, jedoch Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit haben. Besonders hoch ist die Akzeptanz für KI-gestützte Funktionen, die Zeit sparen, vor Betrug warnen oder bei administrativen Aufgaben helfen. Anders sieht es bei vollständig automatisierten, kritischen Entscheidungsprozessen wie der Kreditvergabe aus. Aus Sorge vor willkürlichen und unfairen Ablehnungen würde nur eine Minderheit einen rein maschinell entschiedenen Antrag nutzen. Hier erweist sich der Mensch als der entscheidende Vertrauensanker für Kundinnen und Kunden. Die Zustimmung zu einem digitalisierten Prozess steigt signifikant auf über die Hälfte, sobald menschliche Expertise die finale Überprüfung und Genehmigung vornimmt. (Die Zeit)

Verband: Baupreise steigen weiter
Die Preise bei Baumaterialien sind durch den Krieg in der Ukraine deutlich in die Höhe geklettert. Zu den Baumaterialien, die nach wie vor sehr teuer sind, gehört Zement. Der Preis lag im Januar 2026 um 60 % über dem Niveau von Januar 2021, was an den zwischenzeitlich stark gestiegenen Energiekosten liegt. Transportbeton lag um 36 % über dem Niveau von Januar 2021. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Baupreise. Aufgrund des mittlerweile erreichten hohen Niveaus der Baupreise lag die Preissteigerung im Jahresdurchschnitt 2025 bei 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2026 erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute im Durchschnitt einen Anstieg der Baupreise von 3,3 % und für 2027 sogar 3,6 %.  ( Hauptverband der deutschen Bauindustrie)

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.

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