Folge des Iran-Kriegs: Bauzinsen steigen
Der Iran-Krieg hält die Welt weiter in Atem. Der Konflikt hat deutliche Auswirkungen auf den Energiemarkt. So kletterten die Öl-Preise kurzzeitig auf 120 Dollar für ein Barrel der Sorte Brent. Mittlerweile sind sie wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Als Faustregel gilt: 10 Dollar mehr pro Barrel schwächen das Wirtschaftswachstum der Industrienationen um 0,1 Prozentpunkte und lassen gleichzeitig die Inflationsrate um 0,4 Prozentpunkte steigen. „Das bedeutet, je länger der Krieg dauern wird, desto höher werden die Auswirkungen auf die Inflation und desto stärker sind die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum”, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Er rechnet allerdings nicht mit einem so starken Anstieg der Inflation wie im Jahr 2022. Die Lage damals war noch etwas komplexer: Mit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine mussten unter hohem Zeitdruck neue Energiequellen gefunden werden. Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown gerade dabei war, wieder Fahrt aufzunehmen.
Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Renditen für deutsche Bundesanleihen stark gestiegen. Lagen sie vor Kriegsbeginn noch bei 2,7 %, sind sie mittlerweile auf über 3 % gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2011. Die Bauzinsen orientieren sich an den Renditen der 10-jährigen Bundesanleihe und haben entsprechend in den vergangenen Wochen ebenfalls deutlich angezogen. Viele Kundinnen und Kunden haben bei ihren Finanzierungen inzwischen wieder eine 4 vor dem Komma, was auf die Leistbarkeit drückt. (Tagesschau, Aktion pro Eigenheim)
Häuserpreisindex: Kaufpreise steigen weiter
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind 2025 im Jahresdurchschnitt um 3,2 % im Vergleich zu 2024 gestiegen. Das geht aus dem Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts hervor. Es handelt sich nach den vergleichsweise schwachen Jahren 2024 (- 1,5 %) und 2023 (- 8,4 %) erstmals wieder um einen spürbaren Zuwachs. Im vierten Quartal 2025 lagen die Preise für Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt über dem Niveau des Vorjahresquartals. Vergleicht man die Preise mit dem Vorquartal, zeigt sich ein differenziertes Bild. Gegenüber Q3 2025 sind die Preise für Eigentumswohnungen in den Metropolen (- 1,6 %) und in kreisfreien Großstädten (- 0,1 %) gesunken. (Häuserpreisindex)
GMG: Jetzt geht es auch um „unwirtschaftliche Heizungen”
Bis Ostern will das Bundeskabinett die Reform des sogenannten Heizungsgesetzes beschließen. Bis zum 1. Juli 2026 soll das Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) dann in Kraft treten. Die Reform sieht vor, dass der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen auch künftig möglich ist, wenn ab 2029 klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan, Wasserstoff oder Bioheizöl aus Raps beigemischt werden. Gleichzeitig hat die Koalition eine „Regelung zum Schutz der Mieterinnen und Mieter vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen“ angekündigt. Was das konkret heißt, ist bislang noch nicht klar. Daher bedarf es hier schnell Klarheit, wie Michael Voigtländer, Immobilienökonom beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, im Handelsblatt erklärt: „Das Gesetz gibt nun Freiraum bei der Heizungswahl, sanktioniert dann aber möglicherweise – und aktuell noch völlig intransparent – die Wahl fossiler Energieträger”. Voigtländer betont, dass es für Klimaneutralität bis 2045 des Einsatzes erneuerbarer Energien bedürfe. Insofern wäre es besser gewesen, an den bisherigen Regelungen des Heizungsgesetzes festzuhalten, und gegebenenfalls die Förderregeln zu überdenken, so Voigtländer. (Handelsblatt+)
Baugesetzbuch: Kommunen sollen Schrottimmobilien enteignen können
Bauministerin Verena Hubertz plant umfassende Änderungen am Baugesetzbuch, die bis Ende Mai dem Kabinett vorgelegt werden sollen. Städte und Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt können demnach künftig ein „überragendes öffentliches Interesse am Wohnungsbau“ erklären. Dadurch genießt der Wohnungsbau rechtliche Priorität. Außerdem sollen Bauprojekte insgesamt beschleunigt werden, indem die Bauleitplanung künftig in zwei Jahren abgeschlossen werden kann. Derzeit dauert sie oft 10 – 15 Jahre. Um das zu erreichen, soll unter anderem die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in der Planungsphase digital und nur noch einstufig ablaufen. Unter anderem ist geplant, Kommunen in extremen Fällen die Enteignung von „Schrottimmobilien“ zu ermöglichen. „Bei Schrottimmobilien gilt: Eigentum verpflichtet und im Extremfall müssen Kommunen auch das scharfe Schwert der Enteignung einsetzen können, wenn Wohnraum bewusst verfallen gelassen wird“, erklärte die Bauministerin. Auch das kommunale Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten soll wiederhergestellt werden. Es wurde 2021 vom Bundesverwaltungsgericht in weiten Teilen einkassiert. (Tagesschau, Deutschlandfunk)
Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.