Baugenehmigungen: Expertinnen und Experten bleiben trotz erneutem Anstieg skeptisch
Die Zahl der Baugenehmigungen ist im März erneut angestiegen, teilt das Bundesamt für Statistik mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 11,5 % mehr neue Wohnungen genehmigt. Noch deutlicher ist der Anstieg beim Blick auf die Quartalszahlen: Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 63.500 neue Wohnungen genehmigt, das sind 14,6 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Fortsetzung des Positivtrends sei ein ermutigendes Signal, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Allerdings wären laut Pakleppa monatlich 10.000 zusätzliche Genehmigungen erforderlich, um den bundesweiten Bedarf zu decken. Der Immobilien-Dachverband ZIA weist darauf hin, dass Genehmigungen allein noch keine Wohnungen bauen. Solange hohe Baukosten, regulatorische Unsicherheiten und fehlende wirtschaftliche Perspektiven Investitionen ausbremsen, werde sich die Wohnungskrise nicht auflösen, heißt es in einem ZIA-Kommentar zu den aktuellen Zahlen.
Skeptisch zeigt sich der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Die Genehmigungen stammen überwiegend aus der Phase vor der jüngsten Verschlechterung der Rahmenbedingungen in Form von steigenden Zinsen und teureren Materialkosten, warnt GdW-Präsident Axel Gedaschko und verweist auf die schlechter gewordene Stimmung in der Baubranche. Zuletzt fiel der ifo-Geschäftsklimaindex im Wohnungsbau von -19,3 auf -28,4 Punkte, das ist der stärkste Rückgang seit April 2022. Geopolitische Unsicherheit, fragiler gewordene Lieferketten und steigende Finanzierungskosten belasten laut der aktuellen ifo-Analyse die Perspektiven für die Bauwirtschaft. ( Bundesamt für Statistik, Zentralverband Deutsches Baugewerbe, ZIA, GdW, ifo)
Mietrechtsreformen: Vermieterinnen und Vermieter müssen sich auf schärfere Regulierung einstellen
Zu den Reformen, die sich die Bundesregierung vorgenommen hat, zählt auch die Novellierung des Mietrechts. Noch sind keine konkreten Änderungen beschlossen, doch Immobilienanleger sollten die Entwicklung beobachten und gegebenenfalls ihre Kalkulationen anpassen. So sind laut einem Handelsblatt-Bericht Einschränkungen beim Möblierungszuschlag für möblierte Wohnungen, eine erweiterte Schonfrist für Mieterinnen und Mieter bei Mietrückständen, engere Preisgrenzen bei der Indexmiete und verschärfte Fristen für Kurzzeit-Mietverträge geplant. Damit soll vermieden werden, dass Vermieterinnen und Vermieter in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt die Mietpreisbremse umgehen. Zuletzt brachte die SPD einen bundesweiten Mietendeckel in die Debatte ein. Der Wohnungswirtschaftsverband GdW warnt vor negativen Auswirklungen: Ein Mietendeckel schütze zwar Bestandsmieterinnen und Bestandsmieter, verschärfe jedoch den Wohnungsmangel, weil die Bereitschaft für Investitionen sinke. (Handelsblatt, Haufe.de)
Wohnriester: Mehr Zulage und neue Zielgruppen ab 2027
Ende dieses Jahres läuft die Riester-Förderung aus und wird durch die neue Altersvorsorgeförderung ersetzt. Das gilt auch für Wohnriester-Verträge, wie das Finanzvermittler-Magazin Cash berichtet. In einem aktuellen Artikel gibt das Magazin einen Überblick über die geplanten Änderungen. So wird die maximale Grundzulage auf bis zu 540 Euro pro Jahr verdreifacht. Beim Wohnförderkonto entfällt die bisherige jährliche Erhöhung von 2 % und der Besteuerungszeitraum verkürzt sich von 20 auf 5 Jahre. Inhaberinnen und Inhaber von bestehenden Verträgen haben die Wahl, nach dem alten System weiter zu sparen oder den Vertrag umzustellen. Daraus ergibt sich Beratungspotenzial in Ihrem Kundenkreis – auch unter dem Aspekt, dass die neue Förderung nun Selbstständigen und Gewerbetreibenden offen steht, die bislang kein Wohnriester nutzen konnten. (Cash online)
Sanierung: Pragmatismus statt Perfektion
Die energetische Sanierung ist für deutsche Immobilieneigentümerinnen und Immobilieneigentümer ein Dauerbrenner. Doch Umwelt- und Klimaschutz ist angesichts der stark gestiegenen Handwerks- und Materialkosten teuer geworden. In einem WiWo-Interview berichtet der Architekt Florian Nagler über ein Projekt, bei dem das Kosten-Nutzen-Verhältnis verschiedener Dämmungsmaßnahmen untersucht wurde. Die Preise der unterschiedlichen Maßnahmen reichten von 160 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für einfache Energiesparmaßnahmen bis zu 1.750 Euro pro Quadratmeter für die komplette energetische Sanierung. Nagler plädiert für Augenmaß und empfiehlt bei engem Budget die Konzentration auf die gezielte Sanierung der größten Schwachstellen. Darüber hinaus sei die Umstellung auf klimafreundliche Energieversorgung etwa in Form von Wärmepumpen wichtiger als ein perfekt gedämmtes Haus. Entscheidend sei, mit vertretbarem Aufwand möglichst viel CO2-Emissionen zu sparen. (WirtschaftsWoche)
Immobilienpreise
Die Immobilienpreise treten im April auf der Stelle. Nach dem starken Preisanstieg im März, bleiben haben sich die Immobilienpreise in Deutschland im April stabilisiert. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise für Gesamtdeutschland unverändert geblieben. In den Metropolen zeigt sich folgendes Bild: In Berlin (-0,2%), Leipzig (-0,2%), München (-0,7%), Frankfurt (-0,3%), Hamburg (-0,1%) und Stuttgart (-0,1%) haben die Preise nachgegeben. In Köln blieben sie im Vergleich zum Vormonat unverändert. Der März war mit Blick auf das Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung der stärkste Monat seit vier Jahren. Die Dynamik bei den Bauzinsen hat sich auch auf die Immobilienpreise ausgewirkt, die ebenfalls angezogen haben. Diese Dynamik ist im April nun merklich abgeflacht. Trotz der aktuellen Seitwärtsbewegung bleiben die grundsätzlichen Treiber am Immobilienmarkt intakt: Die Nachfrage nach Wohneigentum ist weiterhin hoch und es herrscht weiterhin Wohnraummangel. Daher gehe ich davon aus, dass die Preise in der Tendenz in diesem Jahr weiter leicht steigen werden.

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.