KW 26

Iran-Abkommen: Bis zu 0,8 % mehr Wachstum 2027 möglich
Eine Entspannung im Iran-Konflikt und sinkende Ölpreise könnten der deutschen Wirtschaft neuen Schwung verleihen. Laut einer Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würde ein Rückgang auf 60 Dollar pro Barrel das BIP bereits 2026 leicht erhöhen und 2027 sogar um bis zu 0,8 % steigern. Selbst bei moderateren Preisrückgängen wären positive Effekte spürbar – insbesondere im Jahr 2027. Deutschland profitiert dabei stärker als viele andere Volkswirtschaften, da es eng in globale Lieferketten eingebunden ist. Allerdings bleibt die Lage fragil: Schäden an Förderanlagen, der Wiederaufbau von Reserven und politische Unsicherheiten könnten die Rückkehr zu dauerhaft niedrigen Energiepreisen verzögern. (Institut der deutschen Wirtschaft)

Krise am Neubau: Deutschland baut an der falschen Stelle
Der Wohnungsbau in Deutschland bleibt auch 2026 deutlich hinter dem Bedarf zurück und verschärft damit die Lage in den Städten. Eine aktuelle Analyse von JLL zeigt: Jährlich entstehen rund 50.000 neue Wohnungen in Regionen mit stagnierender oder sinkender Nachfrage, während Ballungsräume weiter unterversorgt bleiben. Besonders problematisch ist, dass am falschen Ort gebaut wird: In den acht größten Städten werden pro 10.000 Bestandswohnungen nur 42 neue Einheiten fertiggestellt – nötig wären 62. Auf dem Land hingegen wird deutlich mehr gebaut als benötigt. Hinzu kommt ein Missverhältnis bei den Wohnungsgrößen: Während vor allem kleine Wohnungen für Singles fehlen, entstehen vielerorts zu große Einfamilienhäuser. Insgesamt rechnet JLL für 2026 mit nur rund 211.000 neuen Wohnungen. Das ist zu wenig, um das jährliche Defizit von etwa 80.000 Einheiten auszugleichen. Zwar gibt es erste positive Signale bei Genehmigungen, doch hohe Baukosten, steigende Energiepreise und anhaltend hohe Zinsen bremsen den Neubau weiter. (Handelsblatt, JLL)

Fazit: Die Schere zwischen starken und schwachen Regionen öffnet sich weiter. Langfristig entscheiden vor allem Faktoren wie Demografie, Wirtschaftskraft und Zuzug über die Wertentwicklung von Immobilien. (AssCompact)

Baufinanzierung: Warum Eigenkapital zum größten Hindernis wird
Für viele Kaufinteressierte ist heute nicht mehr der Zinssatz der entscheidende Faktor, sondern das verfügbare Eigenkapital. Banken prüfen Finanzierungen aufgrund der unsicheren Konjunktur und strenger Regulierung deutlich genauer, wodurch die Anforderungen spürbar gestiegen sind. Wer wenig Eigenkapital mitbringt, stößt schneller an Grenzen. Dabei sind die aktuellen Bauzinsen historisch betrachtet kein Ausnahmefall. Die eigentliche Herausforderung liegt vielmehr darin, ausreichend Eigenkapital anzusparen. Steigende Immobilienpreise erschweren diesen Prozess zusätzlich und verschieben den Einstieg ins Eigentum oft um Jahre. Das hat direkte Auswirkungen auf die Finanzierung: Wer später kauft, muss schneller tilgen und trägt eine höhere monatliche Belastung. Entscheidend sind daher heute weniger kurzfristige Zinsbewegungen als eine solide Eigenkapitalbasis, realistische Planung und langfristige Tragfähigkeit der Finanzierung. (Berliner Morgenpost)

Aktuelle Finanzierungskennzahlen

Abgebildet sind Durchschnittswerte auf Basis der Finanzierungskennzahlen der Interhyp Gruppe. Pfeile zeigen die Trendentwicklung im Vergleich zum Vormonat an.

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